Öffnungszeiten rund um die Feiertage

Liebe Patientinnen und Patienten,
zwischen den Feiertagen ist unsere Praxis geöffnet.
Wir wünschen Ihnen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Ihr Praxisteam

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Ich bin erkältet. Brauche ich ein Antibiotikum?

Bei der Untersuchung durch den Hausarzt wird festgestellt, ob Hinweis auf einen bakteriellen Infekt besteht. Die meisten Infekte der oberen Atemwege (Mund, Rachen, Nase, Luftröhre, Bronchien) sind jedoch Virusinfekte.

Hilft ein Antibiotikum, wenn ich einen Virusinfekt habe? Nein, das Antibiotikum hilft nur gegen bestimmte bakterielle Infekte. In den allermeisten Fällen kann ein paar Tage zugewartet werden. Legen Sie sich hin, ruhen Sie sich aus, trinken Sie warme Getränke und legen Sie ein wärmendes Tuch um den Hals bzw. warme Wickel/eine Wärmflasche auf den Brustkorb, je nach Beschwerden. Geduld hilft auch!

„Ich fliege in zwei Tagen in Urlaub, und muss bis dahin gesund sein. Kann ich nicht doch kurz ein möglichst starkes Antibiotikum einwerfen, damit ich im Urlaub gesund bin?“
Leider macht es keinen Sinn, bei einem Virusinfekt ein Antibiotikum einzunehmen, da es bei Viren einfach nicht wirkt. Im Gegenteil: Ihre Gesundheit könnte für längere Zeit geschwächt werden. Der Grund: Bei Einnahme eines sogenannten Breitsprektrum-Antibiotikums wird die normale Mund-und Rachenflora erheblich verändert für die nächsten 6-12 Monate. Daher können sich dort antibiotikaresistente (= widerstandsfähige) Erreger vermehren und unter Umständen auch selbst wieder Infektionen verursachen. Diese Infektionen sind dann zunehmend schwieriger zu bekämpfen. Schon heute gibt es damit große Probleme.

Weiterhin ändert sich auch durch Antibiotikaeinnahme die Darmflora erheblich. Jeder Mensch hat seine eigene Darmflora. Deren Zusammensetzung wird durch ein Antibiotikum durcheinandergebracht, es kann zu wochenlangen Durchfällen und zu Reizdarm kommen.

Auch wenn das Antibiotikum aus gutem Grund angewendet wird, kann es anhaltende Durchfälle und auch Resistenzen geben. Hier sind sich Schulmediziner mit homöopathisch orientierten Ärzten einig: Möglichst wenig Antibiotika zu verschreiben, damit wir für die Zukunft noch wirksame Mittel haben.
Dagegen sind Händewaschen nach dem Toilettengang und vor dem Essen, bei Bedarf auch eine Händedesinfektion, sowie anderen nicht ins Gesicht husten bei einer Erkältung und etwas Abstand halten einfache und gut wirksame Methoden zur Verhütung und Verbreitung von Infekten. Und nehmen Sie sich Zeit, um Ihre Erkältung auszukurieren!

© Dr. med. Sieglind Zehnle, Ruiter Straße 7, 73760 Ostfildern

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Was gehört in die Reiseapotheke?

Bei Reisen in ferne Länder sollte auch eine Reiseapotheke nicht fehlen, zumal Medikamente vor Ort manchmal nicht zuverlässig lieferbar sind. Diese Medikamente sollten schon vor der Abreise hier gekauft werden, nicht erst im Reiseland, wo häufig andere Regeln gelten. Die Zusammenstellung der Medikamente ist abhängig vom Alter und Gesundheitszustand des Reisenden sowie vom Reiseland selbst (ggf. ist der behandelnde Arzt zurate zu ziehen). Natürlich spielt auch das Gewicht des Reisegepäckes insgesamt eine Rolle.

Spezielle Medikamente für eine geplante Reise werden grundsätzlich privat rezeptiert. Dabei werden derzeit folgende, unten genannte Medikamente empfohlen. Die Rezeptur ist jeweils abhängig vom Allgemeinzustand des Reisenden. Ein Großteil der Medikamente ist auch ohne Rezept frei in der Apotheke erhältlich.

Reisedurchfall: Rocecadotril 10 Tabl. (z.B. Vaprino); Tannacomp 20 St., Elotrans (bei Durchfall) oder Loperamid (für Durchfall; nicht bei Fieber oder blutigen Stühlen)
Übelkeit: Vomex Dragees, Sopolaminpflaster (Seekrankheit); beides nicht bei Tauchern!
MCP (nicht bei Einnahme von Atovaquon-Malariaprophylaxe)

Antibiotika: Azithromycin 500 3 Tabl.nur für absolute Notfälle, Achtung, kann QT-Zeit verlängern oder Ciprofloxacin
bei Frauen und häufigen Harnwegsinfekten: Fosfomycin

Hautausschläge/Stiche: eine Cortisoncreme (Fenihydrocort 0,5% ist frei erhältlich)
Hautpilz: Clotrimazolcreme (frei erhältlich)
Hautinfektion: eine kleine PVP-Creme, ansonsten Octenisept Lösung oder Sprühfläschchen
Verbände: Mullbinden, Pflaster, Wundkompressen, Pinzette

Für Kinder: Paracetamolsaft; Lacteol Beutel; Tiorfan Granulat (Durchfall); Oralpädon (Durchfall); evtl. noch Kinder-Nasenspray (Ohrendruck beim Fliegen); Lefax (bei schmerzhaften Blähungen).

Gegebenenfalls muss bei chronisch Kranken, die verreisen, ein ärztliches Attest ausgestellt werden (mehrsprachig), dass die mitgeführten Medikamente nur für den Eigenbedarf vorgesehen sind. Lebensnotwendige Dauermedikamente (Insulin) gehören ins Handgepäck.
Die Kassenärztliche Vereinigung weist hier insbesondere darauf hin, dass Medikamente aus rechtlichen Gründen nur jeweils für ein Quartal, also ein Vierteljahr, rezeptiert werden können. Befindet sich der Patient länger im Ausland, gilt er hier nämlich nicht mehr als Behandlungsfall.

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Mit dem FOCUS-Empfehlungssiegel 2017 im Doppelpack als Ärztin in der Region ausgezeichnet

Die Redaktion von FOCUS-GESUNDHEIT hat Dr. med. Sieglind Zehnle aus unserer Praxis für die aktuelle FOCUS-Ärzteliste 2017 mit dem FOCUS-Empfehlungssiegel als Hausärztin sowie als Palliativmedizinerin ausgezeichnet. Frau Dr. Zehnle zählt damit zu den „empfohlenen Ärzten in der Region“  .
Das Empfehlungssiegel gibt Patienten seit 2013 Hilfestellung bei der Wahl eines Facharztes in Wohnungsnähe. Das Siegel zeichnet die in dem Landkreis ihrer Niederlassung empfehlenswerten Fachärzte aus. Dabei berücksichtigen die Hamburger Stiftung Gesundheit und FOCUS-GESUNDHEIT mehrere medizinische, patienten- und serviceorientierte Faktoren, zum Beispiel, ob ein Arzt auch von Kollegen empfohlen wird und welche Berufserfahrung er hat. Daneben fließen Patientenzufriedenheit, Barrierefreiheit der Praxis und weitere Kriterien ein.

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Welchen Wert hat der PSA-Test?

In den letzten Jahren ist der PSA-Test ziemlich in Verruf geraten. Der Grund: Zu häufig wurden bei Männern mit erhöhtem PSA-Wert schmerzhafte Prostatabiopsien durchgeführt. Zu häufig wurde die Prostata behandelt, teilweise mit Entfernung, ohne dass es angesichts eines langsam wachsenden Prostatakarzinoms (Prostatakrebs) notwendig gewesen wäre. Daher lassen viele Männer ihren PSA-Wert gar nicht mehr bestimmen oder möchten ihn jedenfalls gar nicht mehr wissen.

Christian Stief, Direktor der Urologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, meint dazu, dass er leider immer häufiger bei Operationen der Prostata fortgeschrittene Tumoren sieht, die schon zu lange gewachsen sind und daher nicht mehr komplett entfernt werden können.

Wenn der Tumor über die Prostatakapsel hinausgewachsen ist, wird es schwierig, ihn zu behandeln. Häufig sind auch schon Lymphknoten befallen. Inzwischen sind bei 40 bis 45 Prozent der Patienten weder Operation noch Bestrahlung zuverlässig, bzw. man kann aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums nicht mehr dafür garantieren, dass die Tumoranteile zuverlässig entfernt wurden.

Neue Untersuchungen weisen darauf hin, dass der PSA-Test, dessen Kosten die Kassen leider bis jetzt als Screening nicht übernehmen, einen Vorteil hat: Heilbare Tumorstadien werden früher entdeckt. Dabei ist nicht nur der absolute Wert entscheidend, sondern auch, ob der PSA-Wert im Laufe der nächsten Jahre auffallend ansteigt.

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Vor der Bestimmung des PSA-Werts sollten die Männer besser zwei Tage nicht Fahrrad fahren, da dies den PSA-Wert verfälschen kann. Auch wenn der PSA-Wert leicht erhöht ist, muss nicht sofort eine Prostata-Biopsie die Folge sein. Nach einer gründlichen Anamnese (d.h. Ursachenabklärung)  werden zunächst Kontrollen die Folge sein. Auch eine gutartige Prostataentzündung kann zum Beispiel die Ursache für einen vorübergehenden PSA-Anstieg sein.

Mein Rat also als Hausärztin: Lassen Sie, lieber Patient, ab dem Alter von 40 Jahren an gelegentlich Ihren PSA-Wert bestimmen. Wir haben leider noch keinen besseren Screening-Parameter! Machen Sie ab dem Alter von 45 Jahren wenigstens alle paar Jahre eine Krebsvorsorge, am besten mit den Checkup zusammen. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Ansonsten kann auch ein Urologe die Krebsvorsorge machen. Wichtig ist, dass Sie sich beraten lassen.

© Dr. med. Sieglind Zehnle, Ruiter Straße 7, 73760 Ostfildern

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Nahrungsergänzungsmittel für Sportler

Ein 24-jähriger Sportler berichtet mir, er trainiere regelmäßig im Fitness-Studio. Damit seine Muskeln aufgebaut werden, nehme er Taurin ein. Zusätzlich trinke er täglich einen Eiweiß-Shake. Die Frage ist: Bringt das auch etwas für die Muskeln?

Nach dem AIS (Australien Institute of Sport) sind folgende Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll:

Normaler Breitensportler (ca. 4 x 30-60 min Sport/Woche):
Bei ausgewogener Ernährung mit Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Gemüse, Obst ist in der Regel kein zusätzliches Nahrungsergänzungsmittel erforderlich.

Leistungssportler:
Die Eiweißaufnahme liegt in Deutschland eher zu hoch. Erwachsene Sportler sollten pro Tag nach dem Arbeitskreis Sport und Ernährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 0,8 g Eiweiß/kg Körpergewicht zu sich nehmen. Das sind ungefähr 50-70 g Eiweiß/Tag. Wird täglich mehr Eiweiß konsumiert, werden die Proteine zu Kohlenhydraten oder Fett umgewandelt. Es entsteht dann nicht mehr Muskelmasse, sondern unter Umständen mehr Körperfett!
Der Muskel vergrößert sich nicht durch Vermehrung der Muskelfasern, denn diese sind schon seit früher Kindheit in ihrer endgültigen Anzahl festgelegt. Nur durch Verdicken (= Hypertrophie) nimmt die Muskulatur zu. Das erfordert im Wesentlichen einen Belastungsreiz > 60-70 Prozent der Belastungsintensität. Eine ideale Eiweißzufuhr kann durch mageres Fleisch, Fisch, Milch, Joghurt, mageren Käse (Hartkäse), Speisequark gut gewährleistet werden. Statt fertiger Eiweißdrinks kann ein einfaches Milchpulver gekauft werden, falls der Leistungssportler unbedingt noch Eiweiß anderweitig zuführen möchte. Das ist genauso effektiv und preiswerter als ein Proteinshake. Grundsätzlich führt die isolierte Aufnahme von Eiweiß, also aus dem Lebensmittel herausgelöst, eher zu einer schnellen Verbrennung im Körper, also zur Energiegewinnung, nicht zur Proteinsynthese. Damit trägt eine isolierte Proteinzufuhr nicht zum Muskelaufbau bei.

Eine kohlenhydratreiche Kost vor Sport und Wettkampf dagegen schützt die Muskulatur. Wird zu wenig davon aufgenommen, greift der Körper die Proteinreserven des Körpers = Muskulatur an.

Nach dem Sport ist es sinnvoll, eine Mischung von Kohlenhydraten und Protein im Verhältnis von 3 : 1 zuzuführen. So werden die Kohlenhydratspeicher in der Muskulatur schneller wieder aufgefüllt. Das schützt auch die Muskulatur!

Kreatin: Muss nicht unbedingt zugeführt werden, da der Körper es selbst synthetisieren kann und es außerdem in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist. Möglich ist die Wirksamkeit von Kreatin bei kurzzeitigen intensiven Belastungen bis 30 Sekunden, also ausgesprochenen Schnellkraftleistungen.
Carnithin: Wird beim Fettsäuretransport nicht verbrannt, sondern regeneriert. Eine Mehraufnahme ist daher nicht erforderlich. Carnithin ist leider kein fat burner. Es kommt außerdem natürlicherweise vor in z.B. Fleisch, Fisch, Milch.
Taurin: Wird häufig als Zusatz in Energy Drinks (z.B. Red Bull) verwendet. Durch die Einnahme von Taurin ist bisher keine verbesserte Leistungsfähigkeit belegt.
Inosin: Keine verbesserte Kraft-und Ausdauerwirkung bisher wissenschaftlich belegt. Nicht wirksam für die Leistungssteigerung sind: Carnithin, Coenzym Q10, Inosin, Taurin.

Sportlerriegel für die Energie: Sind häufig zu fett- und eiweißlastig. Gute Sportlerriegel sollten kohlenhydratreich(75 Prozent), eiweißarm (maximal 15 Prozent Eiweiß/Riegel) und möglichst fettarm sein. Ein hoher Fruktosegehalt im Sportsnack kann Durchfälle und Blähungen beim Sport verursachen und ist daher bei empfindlichen Sportlern zu vermeiden.

© Dr. med. Sieglind Zehnle, Ruiter Straße 7, 73760 Ostfildern

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Stress abbauen – die Seele zur Ruhe kommen lassen

Petra, 42 Jahre alt, steht unter der Woche täglich um 6 Uhr 15 auf. Nach einem kurzen Frühstück fährt sie eine Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrem Arbeitsplatz. An jedem Wochentag arbeitet sie zwischen acht und zehn Stunden. Danach einkaufen, Hausarbeit, Telefonate und noch ein paar Mails beantworten. Abends schläft sie vor dem Fernseher fast ein, kann aber dafür nachts nur schlecht durchschlafen. So läuft das Tag für Tag ab. In letzter Zeit fühle sie sich zunehmend erschöpft. Sie kommt morgens kaum aus dem Bett, kann sich tagsüber schlecht auf ihre Aufgaben konzentrieren. Eigentlich kennt sie so etwas nicht – schließlich hat das die letzten 15 Jahre so gut „funktioniert“. Aber jetzt sei sie „echt platt“ und weiß nicht, wie das so die nächsten zwanzig Jahre weitergehen soll. Denn so lange muss sie ja wohl noch arbeiten.

Lebensberichte wie diesen hören wir Hausärzte häufig in der Sprechstunde.

Wie lautet heute Ihre To-do-Liste? Ist sie ähnlich von morgens bis abends durchstrukturiert? Und wo und wie fange ich da an, etwas zu ändern? Ist es Zeit, dass der Arzt mir endlich eine dreiwöchige Reha verordnet? Wird danach alles besser?
Stress ist allgegenwärtig, wenn man darunter vielfältige Aufgaben und Belastungen versteht. Wir alle fühlen uns häufig überlastet. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen.zrkJe höher mein Stresspegel ist, um so bewusster sollte ich mir auch ab und an eine Pause gönnen. Abzu hängen, „die Seele baumeln“ zu lassen, ist überlebenswichtig. Mal gar nichts zu tun, wenigstens ein paar Minuten täglich ohne Ziel und Zweck zu verbringen, an nichts Bestimmtes zu denken, nicht die nächsten Aufgaben planen … Ab und an mal „Nein“ sagen kann dafür leider erforderlich sein. Erst nach einer Weile wird der Kopf dann freier. Solange in meinem Kopf wie ein Sandsturm meine To-do-Liste herumwirbelt, kann ich nicht zur Ruhe kommen. Erst wenn sich der Sand abgelegt hat, sehe ich wieder klar. Eine stationäre Kur oder Reha-Maßnahme zum Beispiel kann da nur ein Beginn sein für das Umdenken. Wenn im Alltag später nicht das Gelernte praktiziert wird, hat sie nicht den gewünschten Effekt. Das Geheimnis sind die täglichen Pausen. So kann ich täglich systematisch neue Kraft schöpfen für den Alltag und auch mein Immunsystem mittelfristig wieder aufbauen und stärken.

Lesenswert: „Unsere Seele braucht die Leere“

© Dr. med. Sieglind Zehnle, Ruiter Straße 7, 73760 Ostfildern

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