Schilddrüsen – Update 2016

Fühlen Sie sich häufig müde und schlapp? Haben Sie Probleme, Ihr Gewicht zu halten bzw. abzunehmen? Ist der Zyklus unregelmäßig? Leiden Sie unter Verstopfung oder trockener Haut sowie leichtem Haarausfall? Dann könnten Sie ein Schilddrüsenproblem haben.
In der Regel kennen wir Hausärzte uns mit dem Thema Schilddrüse ziemlich gut aus, da es sich um eine häufige Erkrankung handelt, vorwiegend bei Frauen.
Was unternimmt der Hausarzt, wenn er bei der Befragung und Untersuchung den Verdacht hat, dass bei Ihnen eine Schilddrüsenerkrankung besteht?
Zunächst wird eine Blutabnahme durchgeführt. Das Labor für die Schilddrüsenfunktion sollte möglichst immer um dieselbe Uhrzeit bestimmt werden. Der Grund ist, dass das übergeordnete Hormon TSH eine sogenannte pulsatille Ausschüttung hat. D.h. die Ausschüttung schwankt um eine Amplitude von 0,5 mU/l. Das Labor sollte also nicht einmal morgens, einmal nachmittags bestimmt werden. Nach einer Dosisveränderung sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt eine Laborkontrolle nach 4-8 Wochen erfolgen.
Achtung: Die Aufnahme von Thyroxin kann gemindert werden durch die gleichzeitige Aufnahme von Eisen, Calciumpräparaten, Aluminiumsalze; Thyroxin sollte auch nicht gleichzeitig mit Sojaprodukten, Kaffee, Tee oder Orangensaft eingenommen werden.
Ein erhöhter TSH-Wert kann eine Schilddrüsenunterfunktion bedeuten, muss es aber nicht. In diesem Fall kann der sogenannte FT4-Wert bestimmt werden. Die Klinik (Müdigkeit, Haarausfall, Verstopfung, vermehrte Muskelschmerzen) spielt ebenfalls eine Rolle bei der Diagnostik.
Bei einem grenzwertigen TSH von 4,5 muss bei fitten Personen, die keine klinischen Hinweise auf eine Schilddrüsenunterfunktion und einen normalen FT4-Wert haben, kein Thyroxin gegeben werden. Eine Kontrolle kann nach Anweisung des Arztes im Intervall erfolgen.
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft kann in der Regel der Hausarzt zusammen mit den behandelnden Gynäkologen die Dosierung von Thyroxin vornehmen. Es ist in der Regel nicht erforderlich, sich zur Dosierung von Thyroxin in der Schwangerschaft bei einem Endokrinologen bzw. Nuklearmediziner vorzustellen. Der Hausarzt wird Sie ansonsten überweisen, falls das erforderlich ist.

© Dr. Sieglind Zehnle, Ruiter Str. 7, 73760 Ostfildern

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