Vegane Ernährung – ist sie wirklich so gesund?

Im Unterschied zur vegaterischen Kost, welche auch Milchprodukte, Eier und Fisch beinhaltet (ovo-lacto-vegetarische Kost), besteht die vegane Ernährung nur aus pflanzlichen Stoffen und Produkten. Alle tierischen Nahrungsmittel werden strikt gemieden.

Gibt es in der Wissenschaft Hinweise darauf, dass die vegane Ernährung die optimale ist? Bisher existieren nur wenige Studien über diese Art der Kost. Grundsätzlich kann eine fleischarme Kost, die pflanzlich betont ist und wenig Fett enthält, das Krebsrisiko für bestimmte Krebsarten wie Dickdarm-, Brust-und Prostatakrebs senken. Es fehlen aber wissenschaftlich eindeutige Belege bisher.

Umso mehr finden sich im Internet Darstellungen von zunehmend mehr Personen, welche ihre eigenen positiven Erfahrungen mit der veganen Kost veröffentlichen. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass es sich um subjektive Berichte und Einzelerfahrungen handelt. Das heißt, was dem einen hilft, kann dem anderen unter Umständen schaden.

Worauf muss bei einer veganen Kost geachtet werden?

Regelmäßig. das heißt ungefähr einmal jährlich, sollten beim Arzt kontrolliert werden:

Vitamin B12: Dieses Vitamin findet sich vorwiegend in tierischen Produkten. Bei einer rein veganen Kost ohne Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin B12 als Kapsel oder Zahnpasta) ist ein niedriger B12-Spiegel zu erwarten. Die Folgen können u.a. sein: Müdigkeit, Depression, Haarausfall, Veränderungen des Blutbildes, Nervenschäden.

Kalzium: Mit den fehlenden Milchprodukten fehlt eine wichtige Kalziumquelle. Eine vegane Kost ist daher für Frauen mit erniedriger Knochendichte weniger geeignet. Gefährdet sind insbesondere Patientinnen und Patienten, die aufgrund von Vorerkrankungen wie Asthma oder Rheuma oder einer Immunschwäche dauerhaft Cortisonpräparate benötigen, oder aus anderen Gründen bereits eine Osteoporose haben. Ansonsten muss das Kalzium auch zusätzlich als Tablette von außen zugeführt werden, mindestens 500 mg pro Tag werden empfohlen.

Eisen: Das Eisen aus Pflanzenstoffen wird schlechter resorbiert vom Körper als das Eisen aus tierischen Lebensmitteln. Getreide, Soja und Hülsenfrüchte hemmen die Eisenaufnahme im Dünndarm. Gefährdet sind vor allem Frauen mit starken Regelblutungen. Veganerinnen sollten aufgrund der erhöhten Anämiegefährdung nicht regelmäßig Blut spenden. Um die Eisenaufnahme zu steigern, empfiehlt es sich für Veganer, Kaffee, Tee und Kakao nur zwischen den Mahlzeiten zu trinken.

Eiweiß: Tierisches Eiweiß hat in der Regel eine höhere Wertigkeit als pflanzliches Eiweiß. Bei erhöhter Infektanfälligkeit kann ein Eiweißmangel vorliegen.

Omega-3-Fettsäuren: Bei veganer Ernährung fällt Fisch als Lieferant weg. Leinöl ein EL pro Tag und Walnüsse (30-60g), sowie Leinsamen sind gute Lieferanten der Alpha-Linolensäure (ALA), sowie Tofu und Tempeh. Zu beachten vor allem auch bei Patienten mit Fettstoffwechselstörungen und deren Folgen.

Jod: Es sollte nur jodiertes Speisesalz verwendet werden,da Fisch als Jodlieferant entfällt. Meer-, Himalajasalz und Sojasauce sind nicht jodiert). Tagesempfehlung: 200 ug. Ansonsten kann bei geringer Jodzufuhr durch pflanzliche Produkte wie Kohl, Sojabohnen und Süßkartoffeln eine Kropf (= Struma)bildung gefördert werden.

Zink: Zink ist wichtig für die Haut, die Haare und die Abwehr.

Vitamin D ist vor allem in tierischen Produkten enthalten (verlinken mit Artikel dort).

Diese Stoffe (Vitamin B12, Eisen, Eiweiß Jod, Zink, Vitamin D) sollten regelmäßig im Blut gecheckt werden.

Fazit: Die gesundheitlichen Vorteile einer vegetarischen Ernährung sind unbestritten. Bei veganer Ernährung muss die Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen gewährleistet und regelmäßig überprüft werden.

Wichtige Internetseiten: Vegetarierbund (vebu.de), Deutsche Gesellschaft für Ernährung (dge.de), Albert-Schweizer-Stiftung (albert-schweitzer-stiftung.de)

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