Zecken (Update 2014)

Nach diesem warmen Winter und einem vorzeitigen Frühling ist mit einem Anstieg der Zeckenpopulation nicht nur in Süddeutschland zu rechnen.
Die FSME (= Frühsommer-Meningo-Encephalitis), die durch Zecken übertragen wird, tritt nicht nur im Frühsommer, sondern das ganze Jahr über auf, insbesondere von März bis Dezember. Angesichts der steigenden Temperaturen breiten sich die Zecken zunehmend auch auf andere, bisher nicht betroffene Gebiete aus.

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2013 wurden in Deutschland wieder mehr FSME-Fälle gemeldet, nämlich 420 (korrigierte Zahl).
Bei einer FSME-Erkrankung ist keine kausale Therapie(keine heilende Behandlung) möglich. Vor allem bei Betroffenen über 50 Jahren kommt es häufig zu schweren Krankheitsverläufen. Die Sterblichkeit ist bei Ü-50jährigen 15 mal höher als bei jüngeren Patienten. Es treten neurologische Beschwerden auf wie Lähmungen, Sprachstörungen, Polyneuropathien und Defizite des Gedächtnisses.

Durch zunehmende Outdoor-Aktivitäten (Nordic Walking, Wandern, Golfspielen) kommt es auch bei Älteren und aktiven Senioren zu vermehrten Zeckeninfektionen.

personal_mhaditschWie Prof. DDr. Martin Haditsch am Süddeutschen Zeckentag im Schloss Hohenheim (Stuttgart) am 19.3.2014 sagte, kann die FSME sowohl durch Zecken als auch alimentär (durch Nahrung) übertragen werden. Eine Übertragung ist zum Beispiel möglich durch den Genuss von rohem („naturbelassener“) Ziegenmilchkäse oder von Ziegenmilch, sowie von Schafsmilchprodukten oder – seltener – durch  rohbelassene Kuhmilchprodukte.

Eine FSME-Impfung schützt zu 98 Prozent vor einer Erkrankung an FSME. Die Impfkomplikationsrate beträgt 1,5 : 1 Million Impfungen. Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind also gut und sicher. Die Impfstoffe können gegeneinander ausgetauscht werden. Aufgrund der schweren, nicht ursächlich behandelbaren möglichen Folgen einer FSME-Erkrankung plädiere ich, auch als homöopathische Ärztin, für eine FSME-Impfung. Gerade bei Senioren ist diese wichtig!

0b9f38b59fProf. Dr. Bernhard R. Ruf aus Leipzig berichtete, dass bei typischen Borreliosebeschwerden (zum Beispiel einer einseitigen Knieschwellung nach Erythema migrans) eine Therapie mit 14 Tagen Doxycyclin oder Amoxicillin ausreichend ist. Danach sind keine weiteren Laborkontrollen hausärztlicherseits erforderlich!
Der Grund: Antikörper wie IgG oder auch IgM bleiben oft jahrelang im Blut vorhanden. Die Titer schwanken je nach Labor, vorhandenen Vorerkrankungen oder werden in der Höhe auch durch andere Impfungen, die gerade durchgeführt wurden, beeinflusst. Daher sind sie nicht zuverlässig und entbehrlich.

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