Wie kann allergischen Erkrankungen vorgebeugt werden?

In den letzten Jahren treten Allergien immer häufiger in der mitteleuropäischen Bevölkerung auf. Die Zahlen an Heuschnupfen- und Asthmapatienten steigen an.
Welches sind die Ursachen dafür?
Bei zunehmend kleineren Wohnungen, wie wir sie auch in Ostfildern immer mehr kennen, steigt die Tendenz zur Hausstaub-Milbenallergie an Durch den Genuss von Obst und Gemüse aus exotischen Ländern setzen wir uns ganz neuen Allergenen aus. Eine geringe Kinderzahl führt zum vermehrten Auftreten von Allergien bei den betreffenden (Einzel-) kindern. Eine geringere Stimulation des Immunsystems findet statt durch verbesserte bis perfektionierte Hygiene in Wohnung und Umfeld.
Weiterhin ist die Anzahl der allergiefördernden Umweltschadstoffe angestiegen. Dazu gehören vor allem Abgase von Industrie und Verkehr, aber auch vor allem Inhaltsstoffe von Tabak und Nikotin, welchen die Kinder ebenfalls ausgesetzt sind.
Der Klimawandel führt zu verlängerten Blüh-und Vegetationsperioden sowie dem Auftreten von neuen Pflanzen/Allergenen in Mitteleuropa.


Wie kann man erreichen, dass Allergien in der eigenen Familie möglichst wenig auftreten?
Dazu ein paar Statements: Bezüglich Hausstaub und Schimmel ist eine (regelmäßige) Sanierung der Wohnbedingungen empfehlenswert.
Für die Stimulation des Immunsystems vor allem bei Kindern ist es ratsam, sie nicht komplett von allen Allergenen fernzuhalten. Man hat festgestellt, dass Kinder, die auf dem Bauernhof, und dort oft zahlreich, aufwachsen, später weniger unter Heuschnupfen und ähnlichen Beschwerden leiden.
Kinder, die auf natürlichem Weg (vaginal) entbunden werden, haben später ein geringeres Allergie-Risiko als Kinder, die mit Kaiserschnitt entbunden werden.
Es wird dann nämlich eine andere Darmflora aufgebaut, die offensichtlich besser vor Allergien schützt. Der Aufbau einer mikrobiellen Darmflora ist essentiell zur Regulation des Immunsystems.
Bei Allergikerkindern kann die regelmäßige Zufuhr von Lactobacillus (LGG) den Schweregrad der Allergien verringern.


Was ist in der Schwangerschaft bei Allergikern zu beachten?
Die werdende Mutter sollte keine spezielle Diät einhalten, d.h. potentielle Nahrungsmittelallergene nicht meiden! Einen schützenden Effekt für die Entwicklung späterer Allergien ist ein regelmäßiger Fischkonsum.
Was ist beim Stillen zu beachten?
Es sollte über die ersten vier Lebensmonate ausschließlich gestillt werden. Ist das nicht möglich, sollte nur bei Risikokindern HA-Milch verwendet werden, aber nur bis zum Ende des vierten Lebensmonats. Anschließend sollten nromale Nahrungsmittel zugeführt werden, ohne Rücksicht auf potentielle Allergene. Auch hier wirkt Fisch (Gabe ab dem fünften Lebensmonat möglich!) schützend für die Entwicklung weiterer Allergien.

Impfungen: Alle Kinder, auch Risikokinder, sollten durchgeimpft werden gegen die üblichen Erkrankungen.
Haustiere: können bei Allergikerkindern stark allergen wirken. Es wird daher eher zur Vorsicht bei der Anschaffung von Haustieren geraten.
(Vortrag von Dr. Polzehl auf dem Allergologie-Update Ulm 22./23. März 2013)

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