Alkohol – Alkoholismus – Alkoholabhängigkeit

„Ich brauche ein Bier, dann kann ich besser schlafen“, dieses Argument begegnet einem in der hausärztlichen Praxis relativ häufig. Der Stress nimmt ja auch allenthalben in allen Arbeitsbereichen zu, sodass viele abends nicht mehr abschalten können.
Unter Freunden, auf dem Weihnachtsmarkt, bei der Firmenfeier und weit darüber hinaus gehört gemeinsam genossener Alkohol zum „guten Ton“. Wer nicht mitmacht, wird schnell als Spielverderber angesehen. Und so entsteht langsam, aber sicher eine anfangs oft unbemerkte Abhängigkeit vom alkoholischen Genuss, vom Alkohol (Alkoholsucht). In vielen Fällen kommt es dann zu Konflikten innerhalb der Familie oder am Arbeitsplatz.


Wer gilt als Alkoholiker?
Ein Viertelliter Wein oder ein halber Liter Bier pro Tag – d.h. etwa 20 Gramm Alkohol – ist bereits die Grenze zum Alkoholismus, zur Alkoholabhängigkeit. Diese Dosis gilt – noch – als medizinisch vertretbar bzw. unbedenklich.
Als alkoholabhängig gilt, wer mindestens drei von sechs Kriterien erfüllt:

  1. ein stärkeres Verlangen nach Alkohol,
  2. eine verminderte Kontrollfähigkeit,
  3. körperliche Entzugssymptome,
  4. die Ausbildung einer „Toleranz“ (immer höhere Dosen werden erforderlich),
  5. das Vernachlässigen anderer Interessen zugunsten des Alkohols,
  6. die Fortführung des Konsums trotz negativer körperlicher, sozialer oder sonstiger Folgen.


Wie kann Alkoholismus behandelt werden?
Zunächst muss der Betreffende einsehen, dass er zu viel Alkohol konsumiert. Vorher geht gar nichts in Sachen Abgewöhnung. Hilfreich ist die Führung eines sogenannten „Trinktagebuchs“, worin der tägliche Alkohol-Konsum dokumentiert wird. So wird sich derjenige darüber klar, wie viel Alkohol er täglich tatsächlich zu sich nimmt.
Danach werden Ziele festgelegt. Etappenweise kann sich der Betroffene z.B. zunächst „harte Getränke“ abgewöhnen. Dann kann die Menge des täglich genossenen Alkohols insgesamt eingeschränkt werden. Eine absolute Alkohol-Enthaltsamkeit wird heute nicht mehr als unbedingt notwendig erachtet.
Das Ziel ist „kontrolliertes Trinken“, d.h. der Einzelne kann die genossene Menge wieder steuern und jederzeit auch aufhören.
Die Unterstützung der Familie, von Freunden und Hausarzt ist dabei unumgänglich.
Weitere Infos finden sich unter www.kontrolliertes-trinken.de.

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