Neues zum Thema Fibromyalgie

Unter Fibromyalgie – dem sogenannten „Weichteil-Rheuma“ – leiden immer mehr Menschen. Oft ist es allerdings schwierig, herauszufinden, welche Menschen tatsächlich betroffen sind.

Seit 2010 sind daher neue Kriterien für die Diagnose einer Fibromyalgie festgelegt worden von der sogenannten ACR (amerikanische Gesellschaft für Rheumatologie). Diese wurden von Prof. Bernhard Hellmich, Chefarzt der Rheumatologie im Krankenhaus Plochingen, auf der „Medizin aktuell“ in Esslingen im Januar 2012 vorgestellt.


Es handelt sich um


1. ausgebreitete Schmerzen mit einem Schmerzindex von 7 (von 10) oder höher, wobei gleichzeitig die Symptomstärke mindestens 5 beträgt. Es wird bei der Schmerzstärke die sogenannte visuelle Analogskala benutzt. Dabei geht die Schmerzbreite von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (stärkste Schmerzen).
Alternativ können die Schmerzen auch weniger ausgebreitet sein (Indexwert mindestens 5), dafür können jedoch heftigere Symptome vorliegen (Symptomstärke mindestens 9) .

2. Es kommt dabei zu vegetativen Begleitstörungen.
Typische Beschwerden sind zum Beispiel Steifigkeits- und Schwellungsgefühl von Händen, Füßen und Gesicht, Müdigkeit, Schlafstörungen, vermehrte Schweißbildung und andere vegetative und psychische Symptome.

3. Die Beschwerden werden nicht durch eine andere Erkrankung hervorgerufen.
Die Ursache ist weiterhin unklar. Es liegt wohl eine zentrale Schmerzverarbeitungsstörung vor. Zusammenhänge mit einer Schilddrüsenfehlfunktion (z.B. Hashimoto-Entzündung/Unterfunktion der Schilddrüse) und einer nicht zureichenden Funktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) werden diskutiert.

Wie erfolgt die Behandlung der Fibromyalgie?

  • Die Betroffenen sollten ein Patientenschulungsprogramm erhalten.
  • Es sollte eine Schmerztherapie durchgeführt werden.
  • Ein regelmäßiges Ausdauertraining ist von großer Hilfe für die Betroffenen und lindert die Schmerzen. Diese Wirksamkeit ist nicht belegt für dauerhafte Massageanwendungen!
  • Das Antidepressivum Amitryptilin 25-50 mg, häufig beginnend mit einer Dosierung von 10 mg pro Abend, hilft gegen die Schlafstörungen bei der Fibromyalgie und bessert auch die Schmerzen tagsüber. Auch andere Medikamente können hilfreich sein. Welche, das besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.
  • Begleiterkrankungen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen) sollten behandelt werden.
  • Als Fibromyalgie-Patient sollten Sie auf jeden Fall aktives Ausdauertraining (Schwimmen, Gymnastik, Joggen, Walken, Tanzen, Fahrradfahren etc.) betreiben – das wirkt!
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