Was tun gegen Heuschnupfen?

Hatten Sie im letzten Frühjahr wieder heftigen Niesreiz morgens?  Tränen Ihnen die Augen bei schönem Wetter, ist Ihnen das lästig bei der Arbeit? Dann könnte es sich um eine Allergie gegen Pollen oder Gräser handeln.

Wodurch entsteht diese`?


Heuschnupfen entsteht durch eine Überempfindlichkeit des Immunsystems auf natürliche Substanzen. Das Abwehrsystem läuft auf Hochtouren. Es schüttet unkontrolliert körpereigene Stoffe aus, um die Abwehr zu aktivieren, obwohl es sich zum Beispiel um harmlose Blüten-oder Gräserpollen handelt.


Zu den allergischen Erkrankungen gehören a) allergischer Schnupfen, b) allergische Bindehautentzündung, c) allergisches Asthma.

Beim Heuschnupfen reagieren Sie auf natürliche Substanzen (z.B. Pollen) allergisch, d.h. der Körper bildet gegen eigentlich natürliche Substanzen der Umwelt Abwehrstoffe. Die häufigsten Allergieauslöser sind Baum- und Gräserpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze und andere Stoffe. Diese allergische Reaktionen können wirksam behandelt werden.

Antihistaminika

d.h. Cetirizin, Loratadin u.a. Substanzen. Diese sind frei verkäuflich und können nicht auf Kassenkosten aufgeschrieben werden. In der Regel sind sie gut wirksam, manche Patienten reagieren allerdings mit Müdigkeit. In solchen Fällen sollten  Sie diese Substanzen vorzugsweise abends einnehmen. Grundsätzlich wirken Antihistaminika nur gegen die Beschwerden, aber nicht gegen die Ursache (die Störung des Immunsystems).

Bei den neueren Antihistaminika ist teilweise nur ein Molekül geändert worden, auch wenn sie stark beworben werden (Aerius, Xusal). Von der Wirkung her entsprechen sie im wesentlichen den altbekannten Substanzen. Da viele Pharma-Firmen gern an den Allergien mitverdienen, kommt so ungefähr jedes Jahr ein neues, angeblich noch besseres Mittel gegen Heuschnupfen auf den Markt. Diese neuen Mittel sind nicht immer besser als die alten, vor allem ist über die Nebenwirkungen oft noch wenig bekannt. Sie können auf Kassenkosten nur dann verschrieben werden, wenn die herkömmlichen Mittel nicht wirksam sind.

 


Pflanzliche Substanzen

Es gibt Hinweise darauf, dass Schwarzkümmel allergische Beschwerden lindert. Allerdings muss Schwarzkümmel in der Dosis von 3 x 2 Kapseln täglich eingenommen werden, um einen Effekt zu haben.

Zink und Magnesium

Ein hoher Zinkspiegel vermindert die allergischen Reaktionen. Zink ist enthalten in Fleisch, auch Innereien, Fisch, Milch und Milchprodukten, Vollkornprodukten und Nüssen.


Ein hoher Magnesiumspiegel wirkt genauso. Magnesium befindet sich zum Beispiel reichlich  in Sonnenblumenkernen, Hirse, Haferflocken, Hülsenfrüchten oder in frischem Blattspinat.


Homöopathische Medikamente

Bei akuten Beschwerden werden die Mittel in der D6 bis D12 gegeben. Je heftiger die Akutbeschwerden sind, umso häufiger (bis halbstündlich) können die Mittel gegeben werden. Vorbeugend können Allergiker beginnen, bereits mehrere Wochen vor der Pollensaison einmal täglich 3 bis 5 Globuli oder eine Tablette Galphimia glauca D6 oder D12 einzunehmen.

Luffa operculata: (getrocknete Früchte der Schwammgurke) D4/D6: Niesreiz, Reizhusten

Trockene Nasenschleimhaut, Sinusitis(Nasennebenhöhlenentzündung)


Galphimia glauca (mex. Pflanze)D4/D6: tränende, juckende Augen, Fließschnupfen, Allergien aller Art mit allergischem Asthma bronchiale

Allium cepa (Küchenzwiebel): bei vorwiegenden Beschwerden durch Fließschnupfen

Cardiospermum  (Ballonrebe) D4: Heuschnupfen mit Ekzemen, Neurodermitis; auch als Salbe

Euphrasia (Augentrost) D4: Konjunktivitis, Juckreiz der Augen; mit Augenrötung, auch als Augentropfen erhältlich. Die Lidränder können entzündet sein. Die Patienten benötigen häufig eine Sonnenbrille.

Sabadilla D4 (mexikanisches Läusekraut): : allergischer Schnupfen mit starkem beständigen Niesreiz

Wyethia helenoides D6: starker Juckreiz im Rachenbereich und in den Ohren; Räusperzwang

Kombinationspräparate sind z.B. Heuschnupfenmittel DHU : 5-10 Tropfen stündlich, bis 12 mal täglich (nicht in der Schwangerschaft wegen des Alkoholgehaltes!); gibt es aber auch als Tabletten und dann in der Schwangerschaft möglich.

Arundo (Wasserrohr): bei Juckreiz vorwiegend in den Gehörgängen.

Luffa Nasentropfen gibt es von verschiedenen Firmen: 3 x 2 Sprühstöße in jedes Nasenloch täglich

Es gibt noch einige andere homöopathische Mittel, die je nach Ihren individuellen Beschwerden in frage kommen können. Das ist nur eine kleine Auswahl!

Eigenbluttherapie

Bei der Eigenbluttherapie wird das Immunsystem unspezifisch stimuliert, indem in steigender Dosierung 2 x wöchentlich Blut aus der Armvene entnommen und intramuskulär zurück in den Körper gespritzt wird. Oft ist diese Behandlung bei Patienten mit leichteren Beschwerden kurz vor der Heuschnupfen-Saison gut wirksam. Es handelt sich hier um eine sogenannte IGeL-Leistung (Selbstzahlerleistung), d.h. die Kasse übernimmt die Kosten dafür in der Regel nicht.

Eine Eigenbluttherapie kann nicht immer durchgeführt werden. Zum Beispiel sollte sie unterlassen werden  bei Autoimmunerkrankungen oder Immunschwäche.

Akupunkturbehandlung

sollte am besten vor der Saison durchgeführt werden, in der Beschwerden auftreten. Häufig  wird die Akupunktur 2 x wöchentlich durchgeführt. In der Regel werden Ohr- und/oder Körperpunkte eingesetzt. Viele Patienten sprechen gut auf die Akupunkturbehandlung an. Auch die Akupunktur ist eine sogenannten IGeL-Leistung und wird in diesem Zusammenhang nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen.

Hyposensibilisierung

Die Verträglichkeit der Pollen und Gräser, d.h. dieser natürlichen Substanzen, kann wieder gebessert werden. Das kann passieren durch Injektion ebendieser Substanzen in steigender Dosierung, anfangs 1 x wöchentlich, später alle 14 Tage bis  4 Wochen. So kann der Körper wieder langsam an die Substanzen gewöhnt werden. Dies ist eine natürliche Methode bei der Bekämpfung von allergischen Reaktionen. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) erkennt dies als die einzig kausale Methode bei Heuschnupfen an. Bei leichterem Heuschnupfen genügt eine vorsaisonale Behandlung, in der Regel im Winterhalbjahr, von wenigen Injektionen.

Bei mittelschweren bis schweren Beschwerden (einschließlich beginnendes oder vorhandenes Asthma bronchiale) ist eine ganzjährige Behandlung sinnvoll.

Beide, nämlich die Kurzzeit- und die ganzjährige Hyposensibilisierung sollte mindestens über drei Jahre fortgeführt werden, damit eine möglichst lange Wirkperiode folgt. Aus Sicherheitsgründen ist es erforderlich, dass Sie anschließend eine halbe Stunde im Wartezimmer bleiben. Bei 80-90% der Patienten tritt mit der Hyposensibilisierung eine deutliche Besserung der Beschwerden für mehrere Jahre bis Jahrzehnte ein. Diese Behandlung ist eine Kassenleistung.

Die Hyposensibilisierung mit Tropfen (sublinguale Hyposensibilisierung) ist noch nicht so gut  erforscht in ihrer Langzeit wirkung wie die subkutane Hyposensibilisierung (H. mit Spritzen unter die Haut). Von Vorteil ist, dass die Tropfen zuhause selbst angewandt werden können. Bei der Anwendung kommt es auch leichter zu Unregelmäßigkeiten, zum Beispiel bei grippalen Infekten. Für den Betroffenen und den behandelnden Arzt stellt sich dann die mögliche Steigerung der Dosis schwierig dar.

Am besten beraten Sie sich mit Ihrem Arzt darüber, welche Methode zur Linderung Ihrer Beschwerden in Frage kommt. Viele Hausärzte führen dazu auch selbst einen Allergietest durch.

Bitte vereinbaren Sie dafür einen extra Termin, damit das Ergebnis in Ruhe mit Ihnen besprochen werden kann

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