Erkältungen selbst behandeln – Halsschmerzen

Fast jeder von uns hat schon einmal Hals- oder Schluckbeschwerden gehabt. Halsschmerzen werden ganz überwiegend nicht durch Bakterien, sondern durch Viren verursacht.
In den meisten Fällen ist ein Antibiotikum zum Glück nicht erforderlich. Antibiotika bekämpfen nur Bakterien, helfen aber nicht bei Viruserkrankungen. In der Regel wird unser Immunsystem auch allein mit Rachenentzündungen ganz gut fertig. Daher können Sie bei leichteren Beschwerden  einfach zuwarten. Ohne Antibiotika dauern Halsschmerzen in der Regel drei bis fünf  Tage. Wenn möglich, schonen Sie sich währenddessen aber etwas. Ruhe fördert die Abwehrkräfte!
Grundsätzlich kommen bei Halsweh folgende Hausmittel in Frage:
Freiverkäufliche Schmerzmittel wie Paracetamol, ASS (Acetylsalicylsäure) oder Ibuprofen lindern Schmerzen und Fieber. Beachten Sie dabei den Beipackzettel mit der Dosierung. Paracetamol sollte bei Leber- und Nierenkrankheiten allerdings nur sparsam verwendet werden.
– Bonbons lutschen, z.B. Salbei oder sonstige Kräuterbonbons; die befeuchten den Hals gut.
– warme Halswickel sind häufig wohltuend.
– Gurgeln Sie mehrmals täglich mit Kamille-oder Salbeitee oder Salzwasser (1/4 TL Kochsalz in einem Glas  Wasser)
– Schonung ist angesagt; soweit möglich, vermeiden Sie Stress!
– auch Homöopathika (Globuli) sind häufig hilfreich, je nach Beschwerdebild.
– Machen Sie eine Raucher-Pause! Das ist die Gelegenheit aufzuhören!


Zum Thema Antibiotika bei Infekten generell: Eine zu häufige Antibiotikagabe, zum Beispiel bei Halsweh, kann zu einer vermehrten Widerstandsfähigkeit (Resistenz) der Bakterien führen, das heißt, die Antibiotika wirken im Ernstfall dann nicht mehr. Außerdem führen Antibiotika häufig zu Durchfällen und –bei Frauen- gern zu Scheidenpilz.


Zum Thema Scharlach: Scharlach ist eine Sonderform der eitrigen Angina, die vor allem bei Kindern auftritt. Dabei stellen die Bakterien eine Substanz her, die zu einem feinfleckigen Hautausschlag, beginnend in den Leisten, führt. Scharlach wird in der Regel vom Arzt mit einem Antibiotikum behandelt. Eine vorbeugende antibiotische Behandlung von Geschwistern oder Eltern ist aber nicht notwendig! Viele Menschen haben auch Streptokokken im Rachen, ohne krank zu sein. Ein Streptokokkenabstrich, der häufig auch falsch positiv oder falsch negativ ausfällt, ist in der Regel nicht erforderlich. Bei Erwachsenen ab 16 Jahren ist der Test außerdem keine Kassenleistung mehr.

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