Schilddrüsenunterfunktion

Kommt es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, so läuft der Stoffwechsel langsamer ab. Die betroffene Person nimmt leichter an Gewicht zu, fühlt sich erschöpft, leidet unter Verstopfung. Auch kann Haarausfall auftreten (ähnlich wie bei Eisenmangel). Schilddrüsenunterfunktion kann auch eine Depression begünstigen. Oft kommen diese Patienten auch in die Sprechstunde und klagen darüber, dass sie trotz strenger Diät kein Gramm abnehmen. Es handelt sich häufig um junge und teilweise auch sportliche Patienten. Jede zehnte Frau in Süddeutschland ist von einer Unterfunktion der Schilddrüse betroffen.

Meist handelt es sich um eine Autoimmunentzündung. Diese Autoimmunreaktion kann in Zeiten von Hormonumstellungen (Pubertät, Geburt, Wechseljahre) oder auch nach einer schweren Infektion verstärkt auftreten. Auch vermehrter Stress kann eine Autoimmunreaktion triggern, ebenso wie vermehrte Jodzufuhr. Eigene Schilddrüsen- Zellbestandteile werden dann angegriffen, es kommt zu einer Entzündungsreaktion. Infolge dessen wird die Schilddrüse in den Fällen, in denen sie sich nicht mehr von der Entzündung erholt, langsam in Bindegewebe umgewandelt. Im Laufe der Jahre schrumpft sie daher häufig und wird kleiner.
Patientinnen mit einer unerkannten und unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion erleiden häufiger Fehlgeburten oder Aborte. Ebenso kann eine vermehrte Cholesterinablagerung in den Gefäßen (Atherosklerose) stattfinden. Eine Schilddrüsenunterfunktion sollte deshalb möglichst wieder in die Normalfunktion übergeführt werden.

Wie wird eine Schilddrüsen-Unterfunktion behandelt?
In ansteigender Dosierung wird L-Thyroxin, also das fehlende Schilddrüsenhormon, ersetzt. Dabei entspricht die Dosis in ug ungefähr dem eineinhalbfachen Körpergewicht, z.B. bei einem Gewicht von 70 kg ist ca. eine Dosis von 75-100 ug L-Thyroxin erforderlich. Besonders wichtig ist die Behandlung einer Schilddrüsen-Unterfunktion in der Schwangerschaft. Im Laufe der Schwangerschaft wird deutlich mehr Thyroxin benötigt als bisher. Die genaue Einstellung besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.


Selen

Es gibt viele wissenschaftlichen Untersuchungen, die auf eine positive Auswirkung von Selen hinweisen. Die Dosisempfehlungen schwanken zwischen 100  und 200 mg Selen pro Tag. Selen kann als Nahrungsergänzungsmittel teilweise frei gekauft werden (Stix), es ist aber auch in Paranüssen enthalten. Diese gedeihen vorzugsweise auf selenreichem Boden.


Homöopathische Behandlung
kann zusätzlich unterstützend eingesetzt werden, z.B.
Fucus vesiculosus ab D12: bei Kropf mit Übergewicht; nach Rücksprache mit dem Arzt (jodhaltig!).
Graphites: trockene, rissige Haut; Kältegefühl, Neigung zu Übergewicht und Verstopfung.
Calcium phosphoricum: verspätete Entwicklung; Knochenschmerzen; Verschlechterung bei feuchter Kälte.
Kalium carbonicum: Lidschwellungen, allgemeines Schwächegefühl, selbst nach geringer Anstrengung.


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Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose) (Onmeda)

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