Fettleber

Eine Fettleber kann bedingt sein durch übermäßigen Alkoholgenuss oder Übergewicht – oder beides. In selteneren Fällen kann eine Fettleber auch durch andere Ursachen mitbedingt sein, z.B. durch bestimmte Medikamente. Die Kombination von Alkohol und Übergewicht ist vermutlich die häufigste Ursache für eine Fettleber bei der deutschen Bevölkerung. Der Grenzwert der Alkoholtoleranz ist individuell verschieden und liegt bei Männern bei ca. 400 ml Wein pro Tag oder einem Bier, bei Frauen deutlich niedriger. Im Labor finden sich dabei erhöhte Enzymwerte, vor allem die GGT (ALT) ist meistens deutlich erhöht.

Wie entsteht eine Fettleber?
Aus den überschüssigen Kohlehydraten (auch aus Malzzucker) entstehen Neutralfette (Triglyzeride); diese werden in die Leberzellen eingelagert und gespeichert für „Hungerzeiten“. Die Fettleber führt zu einer Schieflage des gesamten Stoffwechsels. Es kann unter anderem zu Diabetes Typ II, Nierenschäden und Nervenschäden kommen. Wer lange genug Alkohol in hohem Maße konsumiert, riskiert, dass sich daraus eine Leberzirrhose entwickelt. Das dauert bei dem einen nur wenige Jahre, bei dem anderen Jahrzehnte. Bei 3-5 % der Leberzirrhose-Patienten entwickelt sich dann pro Jahr auf dem Boden dieser vorgeschädigten Leber ein Leberzellkarzinom.

Problem Übergewicht
Schon heute ist ca. jeder Vierte übergewichtig. Mit dem Übergewicht tritt eine nicht-alkoholbedingte Fettleberhepatitis (NASH) sehr häufig auf. 90 % der NASH-Patienten sind übergewichtig und haben einen Typ-2-Diabetes. Die Fette in den Leberzellen werden in der Folge peroxidiert, wodurch verstärkt Entzündungsstoffe freigesetzt werden. Dadurch entsteht eine Leberentzündung, eine Hepatitis. Die Lebenserwartung des Patienten sinkt dadurch. Bei einer NASH ist die Leber auch im Ultraschall verfettet und vergrößert, ohne dass Alkohol eine Rolle spielt. Neutralfette und Leberenzyme, vor allem GPT (ALT) und weniger die GOT (AST) sind erhöht. Dagegen ist der Wert für die GGT (anderes Enzym) im Serum normal oder nur leicht erhöht.

Wie kann die Fettleber behandelt werden?
Verzicht auf Alkohol steht an vorderster Stelle der alkoholischen Fettleber. Bei der NASH ist entscheidend, das Gewicht abzusenken. Der Verzicht auf Alkohol ist aber ebenso wichtig. Gelingt dies, kann eine Fettleber oft auch wieder revidiert werden und sich normalisieren. Aber: Bei zu schnellem Abnehmen wird die Leber durch dabei entstehende freie Fettsäuren zusätzlich geschädigt.

Medikamente, die positiv auf eine Fettleber wirken können, das heißt, zu deren Rückbildung führen können

● Metformin: ein Medikament, das schon sehr lange bei übergewichtigen Typ-II-Diabetikern eingesetzt wird und eher zur Gewichtsabnahme führt (Nebenwirkung: Magen-Darm-Störungen wie weicher Stuhl, Bauchschmerzen).
● Rimonabant (Acomplia): ein Medikament für übergewichtige Typ-II-Diabetiker; für diese Indikation noch im Versuchsstadium, aber aussichtsreich.
Weitere Medikamente sind in Erprobung. Die Behandlung liegt aber in erster Linie im Maßhalten mit Kalorien und Alkohol und in der regelmäßigen Bewegung, um so eine Gewichtsreduktion und eine Rückbildung der Fettleber zu erzielen.


View:
Fettleber: Die heimliche Volkskrankheit (Forum Naturheilkunde)
Fettleber (Steatosis hepatitis) (AOL)
Fettleber (Teledoktor / ARD-Buffet)

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Eine Antwort zu Fettleber

  1. marc schreibt:

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    Gruss
    Marc

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