Behandlung von Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen, Verspannungen, Myogelosen

Kreuzschmerzen sind Schmerzen oder Unwohlsein im Bereich des Rückens vom unteren Rippenbogen bis zum rückwärtigen Ansatz der Oberschenkel. Man unterscheidet akute Kreuzschmerzen (Schmerzperioden von weniger als 12 (!) Wochen Dauer), anhaltende (ab vier Wochen Dauer) und chronische Kreuzschmerzen (mehr als 12 Wochen Dauer). Diese Definition ist in den Leitlinien der DEGAM (Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin) enthalten.

Akute Rückenschmerzen also dauern wesentlich länger, als gemeinhin angenommen wird, und können dementsprechend erst einmal folgendermaßen behandelt werden:


Bettruhe sollte vermieden werden.
Die körperliche Aktivität sollte sobald als möglich wieder aufgenommen werden. Zunächst sind einfache Schmerzmittel angezeigt (z.B. Paracetamol, alternativ auch Ibuprofen oder Diclofenac). Zur Nacht kann ein muskelentspannendes Mittel (z.B. Tetrazepam) helfen. Zusätzlich kann örtlich angewandte Wärme Linderung bringen (Heizkissen, Kirschkernsäckchen, Rotlicht, Wärmflasche, industriell hergestellte Wärmekissen). Optional kann durch geübte Personen eine Manipulationsbehandlung (Chirotherapie o.ä.) erfolgen. (Dies ist nicht immer auf Kassenkosten möglich.)
Bei Ausstrahlung der Beschwerden in eines oder beide Beine bis unterhalb des Knies sind Injektionen von Lokalanästhetika oder Kortisonpräparaten um die Nervenwurzel herum möglicherweise sinnvoll.
Schmerzspritzen mit Diclofenac oder ähnlichen Substanzen sollten, da schwere allergische Nebenwirkungen auftreten können, nicht mehr durchgeführt werden.

80 Prozent aller Kreuzschmerzen sind unkompliziert und klingen innerhalb von vier Wochen ab. In diesen Fällen ist eine erweiterte Diagnostik (z.B. sofortiges Röntgenbild, Computertomogramm, Kernspin oder sofortige Überweisung zum Orthopäden oder Neurologen) nicht erforderlich! (DEGAM-Leitlinie Kreuzschmerzen)

Eine erweiterte Diagnostik ist nur erforderlich bei komplizierenden Faktoren (red flags), z.B. bei ausgeprägten neurologischen Ausfällen (z.B. Lähmungen der Beinmuskeln), v.a. bei Wirbelkörperbrüchen, Verdacht auf Schmerzursachen außerhalb der Wirbelsäule (z.B. Erweiterung der Bauchaorta, Nierenbeschwerden), anhaltenden Beschwerden mindestens über vier Wochen, Ischiasbeschwerden, die länger als zwei Wochen trotz Therapie anhalten. Ebenso ist eine weitere baldige Abklärung erforderlich bei Begleitbeschwerden im Blasen-Mastdarm-Bereich (z.B. Harn- oder Stuhlverhalt) oder bei Verdacht auf eine Infektion, z.B. eine Hirnhautentzündung.


Bei immer wiederkehrenden Rückenschmerzen ist es sinnvoll, die Rückenmuskulatur im Rahmen von Rückenschulen aufzutrainieren. Die gelernten Übungen sollten auch während der Woche regelmäßig, am besten täglich, eigenständig durchgeführt werden.
Für Massagen und manuelle Therapie ist eine anhaltende Wirkung nicht zweifelsfrei belegt. Diese sind kurzfristig hilfreich. Der Schwerpunkt sollte aber auf dem Auftrainieren der Rückenmuskulatur liegen. Bei anhaltenden Kreuzschmerzen (länger als vier Wochen) sollte auf jeden Fall eine multimodale Therapie (z.B. Schmerzmittel plus Physiotherapie, evtl. Akupunktur, Wärme- oder Kälteanwendung, Rückenschule) erfolgen.Bei anhaltenden Kreuz- und Rückenschmerzen, die länger als drei Monate anhalten, sollte eine ambulante oder stationäre Reha-Maßnahme in Betracht gezogen werden.


Siehe auch unsere Tipps „Homöopathische Behandlung von Rückenschmerzen“.

Siehe auch: Kreuzschmerzen (Lumbago) (netdoktor)
Muskelhärten / Myogelosen
Links zu Übungsseiten mit Rückenübungen bzw. Wirbelsäulengymnastik

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Eine Antwort zu Behandlung von Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen, Verspannungen, Myogelosen

  1. Thomas schreibt:

    Da ich selber aufgrund meiner Körpergrösse seit dem 20 Lebensjahr regelmässig Rückenprobleme habe, kann ich nur bestätigen, dass ein gezielter Muskelaufbau des unteren Rückens deutlich hilft.

    Es ist zwar kein schnelles Allheilmittel, aber ich habe dadurch meine Rückenschmerzen deutlich lindern können. Vor Aufbau der Muskulatur habe ich regelmässig einen Hexenschuss bekommen. Nun habe ich schon seit Jahren keine Probleme mehr damit. Allerdings sind die Rückenschmerzen immer noch teilweise da. Aber es ist viel besser geworden.

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