Reisedurchfall – wie vorbeugen und behandeln?

Reisedurchfall ist fast immer bakteriell bedingt, z.B. durch Coli-Bakterien. Liegt kein fieberhafter Durchfall vor und ist auch kein Blut im Stuhl, so kann der Reisende den Durchfall zunächst selbst behandeln.
Auf dem diesjährigen Internistenkongress in Wiesbaden wies der Reisemediziner PD Dr. Thomas Jelinek auf die gute Wirksamkeit von Tanninalbuminat-Präparaten hin (z.B. Tannacomp). Diese wirken gut bei akutem Reisedurchfall, in der Dosierung von 3 x 2 Tabletten. Die Tabletten werden bei Erwachsenen 4 x täglich 1-2 Tabletten eingenommen, am besten vor oder zu den Mahlzeiten, mit genügend Flüssigkeit.
Tanninalbuminat-Präparate haben gegenüber Loperamid, das ebenfalls beim Durchfall auf Reisen häufig verwendet wird, den Vorteil, dass sie den Darm nicht lähmen (was wiederum das Eindringen von Bakterien durch die Darmschleimhaut in den Organismus begünstigen kann).
Auch zur Vorbeugung können Tanninalbuminat-Präparate eingenommen werden. In der Regel kann damit bei Reiseantritt begonnen werden mit je einer Tablette morgens und abends. Die Schutzrate liegt etwa bei 50 Prozent.
Häufig werden Probiotika, etwa Saccharomyces-Präparate, zur Reisedurchfall-Vorbeugung verwendet. Die Schutzrate liege hier aber nur bei ungefähr acht Prozent.
Ansonsten gilt in vielen Reiseländern, wie in den Tropen, Indien oder Ägypten der alte Rat: Cook it, boil it or forget it.
Bei Fieber oder blutigem Stuhl sollte ein Tropenreisender eventuell auch ein Antibiotikum, z.B. Azithromycin, bei sich haben, falls in den nächsten 24 Stunden kein Arzt erreichbar ist. Damit kann eine Anbehandlung von Reisedurchfall bereits begonnen werden.

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Durchfall auf Reisen

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