Norovirus: Was tun im Fall einer Erkrankung bzw. Infektion?

Zunächst: Was kann man tun, um eine Infektion mit dem Erreger dieser Magen-Darm-Erkrankung zu vermeiden? Noroviren werden mit dem Stuhl ausgeschieden und daher fäkal-oral übertragen, können aber bei Erbrechen auch über die Luft ansteckend wirken. Prof. Dr. med Jochen Bogner, Spezialist für Infektionskrankheiten an der Ludwig-Maximilians-Universität in München: „Handhygiene ist ganz entscheidend, wobei Waschen mit Seife nicht ausreicht. Um die Viren zuverlässig zu töten, sollte man Desinfektionsmittel verwenden. Wer sich noch nicht angesteckt hat, sollte zudem unbedingt Kontakt zu Kranken meiden. Kranke wiederum sollten auch Gegenstände, mit denen sie in Kontakt gekommen sind, gründlich desinfizieren. Oft lauern die Viren auf nicht ausreichend infizierten Toilettenbrillen und Türklinken auf ihr nächstes Opfer.“
Wer an einer Magen-Darm-Infektion erkrankt ist, sollte möglichst bald einen Arzt hinzuziehen, um abklären zu lassen, ob es sich um eine Noroviren-Erkrankung handelt. Eine Infektionsquellenforschung erfolgt über das zuständige Gesundheitsamt, das schnellstmöglich informiert werden sollte. So ist eine gezielte Diagnostik auf Noroviren (Stuhlprobe) durchführbar. Das Virus kann vor allem beim Erbrechen leicht übertragen werden.
Isolierung des Erkrankten in einem Zimmer, möglichst mit eigenem WC. Mehrere Betroffene können zusammengelegt werden.
Die Behandlung selbst erfolgt symptomatisch (Antiemetika, z.B. Vomex, MCP; Loperamid oder Tannacomp). Man sollte viel trinken, damit der Körper trotz Durchfalls und Erbrechens nicht zuviel Flüssigkeit verliert. Wer erkrankt ist, sollte sich nach dem Toilettengang und vor dem Zubereiten von Mahlzeiten die Hände zwei Minuten mit einem virustötenden Desinfektionsmittel desinfizieren (auch Fingerkuppen, Fingerzwischenräume und Handgelenke). Danach das Desinfektionsmittel verdunsten lassen, nicht abtrocknen! Die Bett- und Leibwäsche sollte bei mindestens 60 Grad gereinigt werden. Die Arbeit kann frühestens zwei Tage nach Infektionsfreiheit wieder aufgenommen werden!

Für Personen, die mit Erkrankten Kontakt haben, gilt natürlich Ähnliches:
● Gründliche hygienische Händedesinfektion (s. oben, virustötendes

Desinfektionsmittel)
● Bei Kontakt mit Erbrochenem bzw. Pflege von akut erkrankten Personen

sollte ein Mund-Nase-Schutz getragen werden (aerogene Übertragung!)
● Möglichst Einmalhandschuhe tragen, Kleidung im Isolationsbereich (Bereich

des Erkrankten) lassen.
● Beachtung der Küchen- und Lebensmittelhygiene.
● Türgriffe, Telefonhörer etc. regelmäßig mit viruswirksamem

Flächendesinfektionsmittel reinigen.

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Eine Antwort zu Norovirus: Was tun im Fall einer Erkrankung bzw. Infektion?

  1. wilfriedsoddemann schreibt:

    Norovirus- und Rotavirus-Infektionen werden durch Fäkalien entweder in Lebensmitteln oder im Trinkwasser ausgelöst, bevor sie sekundär übertragen werden können, besonders augenfällig in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen oder Kindergärten. In unseren Gewässern, auch im Grundwasser, kommen Viren vor. Unsere Wasserwerke können Viren nicht filtern. Kaltes Wasser konserviert ansteckende Viren. Die Norovirus- und Rotavirus-Infektionen folgen jedes Jahr streng dem Verlauf der Kälte im Wasser, im Boden und in den Wasserleitungen. Es ist offensichtlich, dass die winterlichen Norovirus- und Rotavirus-Infektionen von der Kälte abhängen. Unsere Lebensmittel haben das ganze Jahr über in etwa die gleiche Temperatur. Das Trinkwasser nicht. Es hat sein Temperaturminimum im Februar. Also muss das Trinkwasser die Norovirus- und Rotavirus-Infektionen auslösen! Die Ultrafiltration kann Viren aus dem Trinkwasser filtern, ohne Zusatz von Chemikalien. Dabei entstehen zusätzliche Kosten von lediglich 5 bis 7 € pro Person und Jahr, für eine vierköpfige Familie also rund 2 € im Monat. Eine vorsorgende Gesundheitspolitik muss die Infektionsketten durchbrechen. Die wirkungsvolle Trinkwasseraufbereitung würde die Kosten im Gesundheitswesen senken, auch bei anderen durch Trinkwasser übertragenen Infektionen durch z. B. Adenovirus, Campylobacter, E.-coli-Enteritis, EHEC/STEC, Kryptosporidiose, Salmonellose, Yersiniose. Auch die H5N1-Vogelgrippe kann mit dem Trinkwasser übertragen werden. Eine epidemiologische Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar die saisonale Influenza durch das Trinkwasser ausgelöst wird.

    Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann
    soddemann-aachen@t-online.de
    http://www.dugi-ev.de/information.html

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